Miriam Gassner

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Projektbeschreibung:



Nutzungskonflikte im Bau und Betrieb von Rohölpipelines (1956-1970).

Der Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegszeit ging einher mit einem steigenden Energieverbrauch. Vor allem der wachsende Ölverbrauch hatte zur Folge, dass ein an Ölquellen armes Land wie Deutschland über günstige Transportwege für diesen Rohstoff nachdachte. Mitte der 1950er Jahre begannen Mineralölkonzerne in den großen Verbrauchszentren Raffinerien anzusiedeln, die durch Rohrleitungen von den Häfen mit Rohöl versorgt werden konnten. Das neue Transportmittel Pipeline verursachte zahlreiche Nutzungskonflikte: erstens auf Unternehmensebene durch hohe Investitionen und Haftungsübernahmen, zweitens im Bereich der Verkehrspolitik und drittens im Rahmen der Energie- und Landespolitik, da Erdöl eine Konkurrenz zur subventionierten Kohle darstellte. Bestrebungen einzelner Bundesländer durch Pipelines eine günstige Ölversorgung zu erlangen liefen den Bestrebungen der Bundesregierung, die deutsche Kohle weiter zu subventionieren diametral entgegen.

Nicht zuletzt spielten Umweltprobleme eine große Rolle. Diese stehen im Vordergrund des Dissertationsprojektes. Schon zu Beginn der Entwicklung entstanden Zweifel an der Sicherheit der Rohrleitungen. Ein Leck war schwer festzustellen, da die Rohre meist unterirdisch verlegt wurden. Gefahren für Grund- und Trinkwasser waren offensichtlich. Diese wurden vor allem von der lokalen Bevölkerung wahrgenommen, später von der Lokal- und Landespolitik aufgegriffen. Die Frage wie die betreibenden Unternehmen diese Bedenken wahrnahmen und mit ihnen umgingen soll im Zentrum des Dissertationsprojektes stehen.

Die Verbindung von politischen, sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten bietet einen interdisziplinären Ansatz, der es ermöglicht die Rolle der Umwelt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.


CV

2004 - 2009

Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen

2009

Abschluss Diplom Sozialwirtin, Thema der Diplomarbeit: "Die Ölpreiskrise 1973 in Italien und der Bundesrepublik Deutschland."

seit August 2009

Stipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg "Interdisziplinäre Umweltgeschichte. Naturale Umwelt und gesellschaftliches Handeln in Mitteleuropa" in Göttingen, Dissertationsprojekt (Arbeitstitel): "Der Einfluss der Umweltpolitik auf Preisbildung und Unternehmensstruktur in den 1970er und 1980er Jahren. Ein deutsch-italienischer Vergleich."


Forschungsinteressen

Wirtschafts- und Sozialgeschichte Italiens
Wirtschaftsgeschichte und Politik der 1970er Jahre
Unternehmensgeschichte
Umweltgeschichte

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